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Pressemitteilungen > Aus Rittern werden Geschworene

28.06.2011

46 Eingeplackte küren den Langener Ebbelwoikönig 2011

Der Langener Wettbewerb und das Zeremoniell sind einmalig in Südhessen, wenn nicht gar in Deutschland. Ein Verein, der Verkehrs- und Ver­schö­ner­ungs­verein (VVV) Langen, fordert alle Hobby-Obstbauern und Kelterer im Städt­chen auf, Proben ihres Könnens – sprich: zwei Flaschen selbst­ge­mach­ten Apfelweins – beim Brunnenwirt, der Symbolfigur und Moderator eines der populärsten hessischen Volksfeste im Lande – des vom VVV ver­an­stalte­ten Langener Ebbelwoifests – abzugeben. Und sich damit dem Wettbewerb um die Krone des Ebbelwoikönigs/der Königin zu stellen.

Die Krönung seiner Majestät und dreier Prinzen/Prinzessinnen steigt dann vor großem Publikum – während der Ebbelwoidaaf.
So ist es Brauch in Langen seit 1975. Seitdem wird auch die Kür wie folgt praktiziert: Eine Jury aus Ebbelwoirittern – das sind im Prinzip alle gedaaf­ten Langener – trifft sich an einem Abend (heuer am 20. Juni) im Kasino der Stadtwerke und formiert sich zur Runde der Ebbelwoigeschworenen. Sie ver­kosten die eingereichten Proben und treffen ihre Wahl. Am 20. Juni 2011 bewerteten 46 zu Geschworenen avancierte Ritter 28 eingereichte Proben.

Die Ebbelwoiprobe ähnelt stets einer klassischen Weinprobe. Die Pro­bier­en­den bekommen jeweils einige Schlucke des Test-Getränks aus neutralen Flaschen eingeschenkt, „kauen” und „schlotzen” selbige und spucken dann in einen Sektkübel aus. Zwischen den einzelnen Gängen können die Juroren ihre Geschmacksnerven mit einigen Bissen Laugengebäck wieder auf Null stellen. Bei all dem geht es streng neutral zu. Niemand weiß, wessen Ebbelwoi er gerade probiert, denn die eingereichten Proben sind num­meriert, und nach diesen Nummern wird abgestimmt, und zwar nach einem abgestuften arbeitsteiligen Ausscheidungsverfahren.

Bei der Ebbelwoiprobe 2011 wurden die 28 Proben beispielsweise in zwei 14er-Blöcke aufgeteilt, aus der ersten und der zweiten Gruppe die besten vier ermittelt, die dann zur Endrunde „der letzten acht” antraten, aus denen dann die vier Sieger – ein König respektive eine Königin, drei Prinzen/ Prinzessinnen – gekürt wurden. Die Abstimmungen der 46 Geschworenen liefen – wie immer – offen (per Handaufheben). Erst nachdem alle Voten ge­macht worden waren und das Endresultat feststand, wurden die Nummern den Namen zugeordnet und der Jury verkündet. Die Geschworenen sind zum Stillschweigen verpflichtet – wer die Königswürde erlangt und wer das Prin­zen-/ Prinzessinen-Rennen gemacht hat, verrät der Brunnenwirt erst am Ebbelwoifest-Samstag, wenn im Rahmen der Ebbelwoidaaf die Krönung an­steht.

Am Schluss obsiegt aber mitnichten „der beste”. Es gewinnt, so formuliert es Ex-Brunnenwirt Hans Hoffart, der seit Jahr und Tag die Proben moderiert, „derjenige, dessen Ebbelwoi den Probierenden am besten geschmeckt hat und der die meisten Stimmen auf sich vereinigt hat”. Soll heißen: Das so­genannte Sachverständigengremium urteilt mitnichten nach vorgegebenen Standards, fixen überkommenen tradierten Geschmacksregeln oder ir­gend­wel­chen DIN-ähnlichen Normen.

Die meisten Geschworenen sind ja auch wahrlich keine Experten im Sinne von gewieften, erfahrenen Schoppepetzern. Das Gros der Juroren hat auch nicht miterlebt, wie Opa oder die Eltern das Stöffche noch selbst gekeltert ha­ben. Denn: Keine(r) ist in Langen geboren – allesamt sind sie Ein­ge­plack­te, stammen aus den unterschiedlichsten Gegenden Deutschlands, wo es teils gar keinen Ebbelwoi gibt. Manche von ihnen haben den Ebbelwoi erst in Langen kennengelernt. So sind also die verschiedensten Ge­schmacks­vor­stel­lung­en vorhanden. Der eine schätzt den herben (beim Wein „trockenen”) Trunk, andere lieben es „säuerlicher” oder präferieren milde, liebliche, mit­unter süßliche Sorten, wieder andere favorisieren Stöffche „mit Bei­ge­schmack”, bei denen die Kelterer den Woi mit Quitten oder Mostbirnen anzureichern und zu veredeln suchen. Ein nicht seltenes Kriterium der allesamt zugereisten Juroren: „Ich stelle mir einen heißen Sonnentag vor und wünsche mir einen erfrischenden Ebbelwoi-Trunk. Taugt der, den ich gerade probiere, dazu?”

Peter Holle (VVV-Beiratsmitglied)
Verkehrs- und Verschönerungsverein 1877 Langen e.V.
info@vvv-langen.de





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